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Gefrorene Tränen - Blutiger Schnee  

Artikelnummer: 6j_206
EUR 12,90 inkl. MwSt.   
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Birk, Gerhard
Gefrorene Tränen - Blutiger Schnee
Flucht und Vertreibung aus Schlesien
246 Seiten - 20 × 13 cm
1. Auflage 05.2005

Der Zweite Weltkrieg geht seinem Ende entgegen. Der Kriegsbrand, der von Hitlerdeutschland ausgegangen war, kehrt mit der gewaltigen Militärmacht der Alliierten aus allen Himmelsrichtungen in das Ausgangsland zurück. Die Bewohner im Osten des Deutschen Reiches ergreifen unter zumeist unbeschreiblichen Bedingungen mitten im tiefsten Winter die Flucht vor der herannahenden Front.
Auch die Bewohner eines kleinen niederschlesischen Dorfes, durch das schon seit Wochen Flüchtlingstrecks zogen, bereiten sich auf die Flucht vor.
Die Gastwirtsfamilie Eichbaum muss zusehen, wie der einstmals blühende Gasthof durch die Flüchtlingstrecks, durch die ausgehungerten und frierenden, zum Teil ausgeplünderten Flüchtlinge binnen kurzer Zeit verfällt und zu einer schmutzigen Spelunke verkommt. Überall bleiben Spuren des Zerfalls, der Zerstörung und des Zusammenbruchs zurück.
Das, was der Familie bis dahin Heimat und Existenzgrundlage gewesen ist, wird von den durchrollenden Flüchtlingswellen und desillusionierten Angehörigen der Hitlerwehrmacht überrollt und gnadenlos hinweggerissen wie von einer Hochwasserflutwelle.
Während der bereits im Ersten Weltkrieg zum Krüppel geschossene und deshalb kriegsuntaugliche Gastwirt Peter Eichbaum auf höheren Befehl hin mit einigen Jugendlichen und Greisen zur "Verteidigung" des Heimatortes zurückbleiben muss, begibt sich der Rest der siebenköpfigen Familie - einschließlich des polnischen Kindermädchens - in langen, aus Pferdegespannen bestehenden Trecks auf die Flucht ins immer kleiner werdende und weithin zerstörte Deutsche Reich, das von der Hitlerclique leichtfertig aufs Spiel gesetzt und verspielt worden ist. Dieser Elendszug aus Niederschlesien strebt durch die hoch verschneite Heimatlandschaft dem zu diesem Zeitpunkt noch überquerbaren Oderstrom entgegen. Die heranrollende Front in Gestalt von fliehenden Wehrmachtsangehörigen und der ihnen auf dem Fuße folgenden Roten Armee kommt immer näher. Die Bedrohung nimmt alptraumhafte Ausmaße an.
Die Flüchtlinge leiden unter dem starken Frost, unter Entbehrungen aller Art, aber auch unter deutschen wie auch polnischen Plünderern. Die Not und die Leiden erreichen unbeschreibliche Ausmaße. Immer mehr Menschen finden unter den entbehrungsreichen Bedingungen, die sich durch Luftangriffe der Amerikaner und Russen und ähnliche Katastrophen zuspitzen, den Tod. Die einen erfrieren, die anderen verhungern. Tote Menschen, darunter alte Leute, Kinder und Babys und von den ebenfalls fliehenden deutschen Soldaten fortgeworfenes und zurückgelassenes Kriegsgerät und Waffen säumen die Wegesränder. Nicht wenige Menschen ertragen die Qualen des grausamen Alltagslebens nicht mehr und wählen den Freitod.
Der Autor macht am konkreten Beispiel seiner Familie anschaulich, was es heißt, die Geborgenheit der Heimat und damit alle Grundlagen der Existenz zu verlieren. Der Lebensraum der Flüchtlinge sind die Pferdewagen mit dahinschmelzendem Hab und Gut und immer knapper werdenden Lebensmitteln. Man hat keine Adresse mehr. Die Landstraße in einem vom Krieg zerstörten Lande ist ihr Zuhause. Keiner weiß, wohin es geht und wie es weitergehen wird. Die allgemeine Lage ist bedrückend und voller Verzweiflung.
Die im Heimatort zurückgebliebene kleine Truppe, darunter der auf einem Auge blinde Gastwirt Peter Eichbaum, begibt sich, ohne einen Schuss abgegeben zu haben, beim Nähern einer sowjetischen Panzereinheit auf die Flucht. Peter Eichbaum und einige der Volkssturmleute verlassen mit einem bis dahin in der Scheune versteckten PKW den Heimatort. Der Trupp verliert sich. Peter Eichbaum folgt den Spuren des Trecks und sucht verzweifelt nach seiner Familie. Bevor er die Oder erreicht, wird der inzwischen todkranke Mann wegen des Besitzes einer Pistole von den Russen gefangen genommen und in ein Kriegsgefangenenlager gebracht.
Nach den Zerstörungen und den Verbrechen der Hitlerwehrmacht in der Sowjetunion ist mit keiner vom Humanismus bestimmten Verhaltensweise der vom Osten her unaufhaltsam vorrückenden Roten Armee zu rechnen. Familie Eichbaum als eine von Millionen Flüchtlingsfamilien.

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