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Frauen in Königsberg 1945 - 1948
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Erna Ewert – Marga Pollmann – Hannelore Müller Frauen in Königsberg 1945 - 1948
Drei Frauen stehen im Mittelpunkt der hier erneut vorgelegten Berichte über die Zeit von 1945 bis 1948 in Königsberg – ostpreußische Frauen, die in der zerstörten Stadt auszuharren gezwungen waren, stets um ihr eigenes Leben und das ihrer Familien ringend. Der erste Bericht ist ein Tagebuch, das von Erna Ewert aus Cranz in den Jahren 1945 bis 1947 geführt wurde. Zwei Kinder hat sie, ein drittes bringt sie nach Verge¬waltigung zur Welt, das bald darauf stirbt. Einen Verschleppungsmarsch durch das nördliche Ostpreußen muss sie überstehen; ihr Sohn und ihre Mutter verhungern. Unmittelbar nach der ersehnten Zwangsaussiedlung 1947 bringt Marga Pollmann aus Pillupönen ihre traumatischen Erlebnisse zu Papier. Sie hat Ähnliches wie Erna Ewert zu erleiden und beschließt trotz des Verlustes des rechten Armes, wie sie es selbst formuliert, ihr Leben „anzupacken“. Erst ein halbes Jahrhundert später ist Hannelore Müller in der Lage, einen Bericht über das entbehrungsreiche Leben der verbliebenen Deutschen in Königsberg niederzuschreiben, so über Typhuserkrankung, nicht ausheilenden Beinbruch und schließlich den Hungertod ihrer Mutter Charlotte Romeike. Die authentischen Berichte über die schweren Schicksale von Frauen und Kindern rufen tiefe menschliche Anteilnahme hervor. Gleichwohl geht bei ihrer Vorlage nicht um eine unreflektierte Verklärung der Opfer, sondern um die weitere Erhellung einer immer noch im Dunklen liegenden Zeit und damit um die Vermittlung eines differenzierteren und den unmittelbar Leidtragenden gerechteren Geschichtsbildes. 8. Aufl. Bonn 2006, 188 S., 20 Abb. und Karten, broschiert.
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