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Sudermann, Hermann Der Katzensteg Der Literaturhistoriker Paul Fechter nannte den ostpreußischen Schriftsteller Hermann Sudermann den „Balzac des deutschen Ostens", den „Gestalter eines phantastischen, rauschhaften unwirklichen Lebens, das um die Menschen zwischen Weichsel und Memel, um die Gestalten der ganzen deutschen Ostwelt gewesen war". Eines seiner erfolgreichsten Werke war der Roman „DerKatzensteg", erstmals 1889 erschienen und mehrfach verfilmt. Soeben ist dieser Roman, der in der Zeit nach den Befreiungskriegen (1813-1815) spielt und die gesellschaftlichen Verhältnisse Ostpreußens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts widerspiegelt, in einer anspruchsvollen Neuauflage erschienen.
Preußen steht im Krieg mit den Truppen Napoleons, der Deutschland besetzt hält. Das deutsche Volk ist gespalten in Anhänger Bonapartes und erbitterte Gegner der Franzosen. Auch derjunge Graf Werner Schranden verläßt voller Zorn das Haus seines bonapartistisch gesinnten Vaters in Ostpreußen. Er macht sich auf den Weg nach Berlin, wo er sich einer bewaffneten Freiwilligenverband anschließt. Sein Vater zwingt indes seine Dienstmagd Regine, französische Soldaten heimlich über den Katzensteg zu führen, damit sie einer Gruppe preußischer Soldaten in den Rükken fallen können. Mit dieser Tat macht sich der alte Schranden alle Bewohner der Umgebung zu Feinden. Sein Sohn dagegen wird als Kriegsheld gefeiert, weil er während einer Schlacht maßgeblich zu Niederlage und Rückzug der Franzosen beigetragen hat. Als der Krieg vorüber ist, kehrt Werner nach Hause zurück, um seinen Vater zu beerdigen, der auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Doch niemand - außer der Magd Regine - will ihm helfen, nicht einmal der Pfarrer. Als Werner die Bestattung seines Vaters erzwingt, schmieden haßerfüllte Dorfbewohner ein Komplott gegen ihn.
Geb., 256 Seiten
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