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Dorothee Wierling (Hrsg.) Heimat finden Lebenswege von Deutschen, die aus Russland kommen edition Körber-Stiftung, Hamburg 2004, 280 Seiten mit 54 s/w-Abbildungen
In Russland waren sie »die Deutschen«, wurden benachteiligt und fühlten sich unerwünscht. Nach oft jahrzehntelangem Bemühen endlich in der Heimat ihrer Vorfahren angekommen, nennt man sie »die Russen«. »Warum werden wir nicht als Deutsche akzeptiert«, fragt Sophie Wagner, die eine Familiengeschichte zu erzählen hat, in der sich alle Wirren der deutsch-russischen Geschichte spiegeln. Entkulakisierung, Verschleppung in Lager, Umsiedlungen nach Kasachstan oder Sibirien sind Ereignisse, die das Leben vieler Russlanddeutscher bestimmen. Der Sprung aus deutschen Dörfern Sibiriens in die Realität zwischen Oder und Rhein wurde für viele der über 2,4 Millionen Aussiedler aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zum Schock. Mit welchen unterschiedlichen Träumen drei Generationen Deutscher aus Russland in Deutschland angekommen sind und welche Erfahrungen sie in ihrer neuen Heimat gemacht haben, zeigen die Lebensgeschichten dieses Bandes. Die Erzählungen der Männer und Frauen zwischen 17 und 78 Jahren geben wertvolle Einblicke in die Geschichte einer Gruppe von Zuwanderern, die auf der Suche nach ihrer Identität sind und eine Heimat finden wollen: als Russlanddeutsche, deutsche Russen, russische Deutsche oder schlicht als Deutsche. »Gute Interviews beinhalten persönliche Einsichten, Erlebnisse und Informationen, die kaum in offiziellen Dokumenten zu finden sind. Wie alle historischen Quellen vermitteln Zeitzeugenbefragungen das Vergangene auf sehr subjektive Weise. Wer sich darauf mit Empathie einlässt, kann sein historisches Verständnis erweitern und vertiefen.«
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