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Die Dondeutschen 1830 bis 1930
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Die Dondeutschen 1830 bis 1930 von Reinhard Nachtigal Waldemar Weber Verlag, 2005.
Aus dem Verlag des Erfolgsbuches "Die Zone der totalen Ruhe"!
Die Geschichte der massenhaften Übersiedlung der Deutschen Kolonisten nach Russland wird traditionell in drei Ansiedlungsperioden gegliedert: 1. 1764-1769: Ansiedlung an der unteren Wolga, bei Sankt Petersburg, Tschernigow, Woronesh; 2. 1803-1823: Niederlassung im Schwarzmeergebiet (Südukraine), auf der Krim, in Bessarabien und Transkaukasien; 3. 1830-1870: Ansiedlung in Wolhynien, Podolien und an der Wolga. Diese Perioden sind ziemlich ausführlich beschrieben worden, während über die Besiedlung des Gebietes der Donkosaken durch die Deutschen sowie über ihre Erfolge und über ihr Schicksal vergleichsweise wenig bekannt ist. Das ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die in jüngster Zeit erschienenen Untersuchungen der russischen und ukrainischen Wissenschaftler in Westeuropa nicht zugänglich sind. Dr. Reinhard Nachtigal hat sich vorgenommen, diese Lücke auszufüllen. Bei der systematischen Sichtung der Quellen im Rostower Gebietsarchiv stieß der Freiburger Osteuropa-Historiker im Sommer 2001 auf einen vollständig erhaltenen Aktenstand der evangelischen Gebietsverwaltung: das Archiv des „zweiten südrussischen Propstbezirks“, der von 1834 bis 1918/19 bestand. Hier fand der Verfasser aufschlussreiche Angaben zur Geschichte und Entwicklung der deutschen Gemeinden im Dongebiet. Es ist ihm gelungen, über einen Zeitraum von einem Jahrhundert, nämlich von den unscheinbaren Anfängen der Dondeutschen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Abbruch einer stürmischen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung durch den Ersten Weltkrieg und durch die Sowjetpolitik den Bogen zu schlagen. Es waren überwiegend deutsche Kolonisten aus dem Schwarzmeergebiet1, die in der Zeit Alexanders II. (1855-1881) das Dongebiet als ein riesiges, aber erstaunlich bevölkerungsarmes Siedelreservoir im europäischen Russland entdeckten, und zwar zu einem Zeitpunkt, als nicht nur die deutschen Kolonien in Russland überbevölkert waren, sondern 1861 mit der Aufhebung der Leibeigenschaft auch im europäischen Russland der Boden knapp wurde. Die deutsche „Landnahme“ im Dongebiet geschah seit den ausgehenden 1860er Jahren auf eigene Faust, das heißt auf eigene Kosten und Risiko. Anders als im Schwarzmeer- und im Wolgagebiet blieb hier die staatliche Lenkung völlig aus. Trotzdem gelang es den Dondeutschen in relativ kurzer Zeit einen bedeutenden Wohlstand zu erreichen. Ihr wirtschaftlicher Aufschwung im Kosakengebiet ist eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte. Obwohl Alexander II. auch den Russen sowie der nichtkosakischen Bevölkerung seines Reiches überhaupt gestattete, in Kosakenterritorien zu siedeln, bewiesen die deutschen Siedler am Don sehr schnell, dass sie den gerade aus der Leibeigenschaft entlassenen russischen Bauern nicht nur technische Vorteile voraushatten. Parallel zu den städtischen Deutschen machten 34 000 deutsche Siedler bis in den Ersten Weltkrieg ihr Glück im Dongebiet Schon um 1900 verfügten sie über einen ansehnlichen Bodenbesitz, auf dem sie neben Getreideanbau auch Viehzucht und schließlich Mühlen und metallverarbeitende Industrie betrieben. Bis zum Ersten Weltkrieg zählten die Dondeutschen zu den reichsten Kolonisten in Russland. Im ersten Jahrzehnt der Sowjetherrschaft scheinen die Dondeutschen nach Welt- und Bürgerkrieg versucht zu haben, sich erneut zu konsolidieren. Doch schon in den 1930er Jahren verschwinden ihre Spuren zunehmend. Dem Verfasser und Verleger sei dafür gedankt, dass die wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen sowie das Schicksal der Dondeutschen, die bisher völlig im Dunkel gelegen haben, mit dem aufgrund von reichhaltigen Archivquellen entstandenen reich illustrierten Buch erhellt und festgehalten worden sind.
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