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Katalog zur Ausstellung: Rußlanddeutsche Künstler in NRW  

Artikelnummer: sa_100

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21 deutsche Künstler, die aus der ehemaligen Sowjetunion kommen und durch die Sowjets vertrieben oder verschleppt worden sind, stellen zur Zeit ihre Werke im Haus des Landtags in Düsseldorf aus. Sie arbeiten in den Bereichen freie Malerei, Bildhauerei, Architektur, Büh-nengestaltung, Restauration, Grafik-Design, Photographie und Kunstlehrtätigkeit. Auch des-halb repräsentieren sie keinen homogenen Kunststil oder eine gemeinsame thematische Ausprägung: Sie reflektieren vor allem persönlich Erlebtes, Lebensorientierungen und Le-bensphilosophien. Die Älteren unter ihnen versuchen häufig grauenvolle Erinnerungen, traumatische Erlebnisse in traditioneller Stilistik zu verarbeiten, während die Jüngeren nach einem formalen Aufbruch und geistigem Neuanfang suchen. Viele Werke wurden bereits mehrmals im In- und Ausland ausgestellt. Viele der hier ausgestellten Werke befinden sich in privaten und städtischen Sammlungen.
Die Künstler, die diese Ausstellung möglich gemacht haben, waren nach einer akademi-schen Ausbildung im künstlerischen Bereich tätig und trotz der Diskriminierung wegen ihrer deutschen Nationalität in der Sowjetunion als große Künstler bekannt. Die Ausstellung zeigt vorwiegend Werke, die in den letzten Jahren entstanden sind.
So wie die von Nikolaus Rode, dem es wichtig ist, als Künstler und als Deutscher aus Russ-land angesehen und akzeptiert zu werden. Sein Werk spiegelt bis in die Gegenwart hinein Kindererlebnisse und Traumata wider, mit denen er alle jene einbezieht, denen das gleiche Schicksal in den Kriegs- und den Nachkriegsjahren widerfahren ist. Seine Bilder sind Vision, Aufschrei und Appell zu einer neuen Menschlichkeit.
Für Jakob Wedel und Günther Hummel hat die Kunst noch immer die Bestimmung, die Menschheit zum Guten zu bewegen. Eine Reihe ihrer Werke ist eine Hymne an die Schön-heit. Aber ihre Skulpturen „O, Gott – erbarme Dich!“ und „Der Ungebeugte“ sind ein klarer Aufruf: So etwas darf nie wieder vorkommen!
Paul Krenz ist ein renommierter Restaurator, der seine Ideen in der diffizilen und aufwendi-gen Technik der Intarsie umsetzt. Seine Technik ist einzigartig. Dabei gehören christliche Motive zu den Schwerpunkten seines Schaffens.
Die Bilder der weiteren Künstler, die, wie auch Paul Krenz, zur Nachkriegsgeneration der Rußlanddeutschen gehören, sind weniger vom geschichtlichen Hintergrund der Volksgruppe, als vielmehr von modernen Trends der Kunst geprägt.
Maria Tribus befaßt sich in ihren Werken vorwiegend mit der Plastizität und Anmut des menschlichen Körpers, deren Ausführung eher als impressionistisch zu bezeichnen ist. Die-sen Motiven folgte in seinen letzten Arbeiten auch Viktor Lang, obwohl er mehr durch seine früheren lichtdurchwirkten landschaftsarchitektonischen Aquarellen bekannt ist. Mitreißend ist die Dynamik des Rennens in der „Pferdeserie“ von Robert Hettich.
Die wenigen Beispiele aus dem Schaffen einzelner Künstler zeigen natürlich nicht die ganze Palette ihres Wirkens. Aber dieser kleine Teil der ausgestellten Werke, bringt den Besucher sicherlich dem Gedanken näher, daß es unter den Rußlanddeutschen durchaus Talente zu entdecken gibt. Vielleicht weckt das auch den Wunsch, mehr über die Deutschen aus Ruß-land zu erfahren. Wenn mit solchen Gedanken recht viele Besucher den Landtag verlassen, dann ist das Ziel dieser Ausstellung erreicht worden. Die Deutschen aus Rußland wollen mit der Ausstellung ein neues Kapitel ihrer Geschichte in Nordrhein-Westfalen aufschlagen. Auch darum ist der Ausstellung eine breite Wirkung zu wünschen.
Die Ausstellung ist am 07. Februar 2007 in feierlichem Rahmen durch die Präsidentin des Landtages Regina van Dinther und Integrationsminister Armin Laschet mit über 150 Besu-chern eröffnet worden und für weitere Besuche zugänglich bis zum 02. März 2007.

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